150 Jahre Feuerwehr Lengede

Aus der Geschichte
der Feuerwehr Lengede


Warum nicht Freiwillige Feuerwehr Lengede?
Die heutige Freiwillige Feuerwehr Lengede ist nämlich nicht freiwillig entstanden.
Dies geht aus einem Dokument aus dem Jahre 1852 hervor.


Dieses Dokument, welches ein Gemeinderatsprotokoll des Gemeindeausschusses vom 5. Juli 1852 ist, gibt Auskunft über das Entstehen der Feuerwehr Lengede. Ob sie als Pflichtfeuerwehr eingesetzt wurde, geht aus den Protokollbüchern nicht hervor.
Offiziell wurde eine Pflichtfeuerwehr laut Protokollbuch erst am 4. Februar 1902 vom Gemeindeausschuss eingesetzt.
Die Freiwillige Feuerwehr Lengede wurde am 16. September 1932 gegründet.
Einen Feuerwehrspielmannzug gab es seit 1950.
Die Jugendfeuerwehr Lengede wurde am 15. März 1978 ins Leben gerufen.


Gott zur Ehr


dem Nächsten zur Wehr


dem Feuer zum Trutze


dem Menschen zum Schutze.


Die Angst vor dem Feuer ist eine Urangst der Menschen. Während es heute selbstverständlich erscheint, sein Haus gegen alle nur erdenklichen Schäden zu versichern, bedeutete vor rund 250 Jahren ein Hausbrand oft den völligen Ruin seiner Besitzer. Ein einzelner Dachstuhlbrand konnte schnell ein ganzes Dorf oder Stadtviertel vernichten und die ansässigen Familien in die Armut stürzen.


Deshalb wurde für das Fürstbistum Hildesheim, wozu auch das Amt Peine mit der damaligen Gemeinde Lengede gehörte, 1731 eine Feuerordnung erlassen.


Der Fürstbischof gab 1765 eine Verordnung zur Gründung einer Brandversicherungsgesellschaft, die den brandgeschädigten durch finanzielle Unterstützung helfen sollte, heraus. Alle Bürger, Bauern und Hausbesitzer mussten in dieser Brandversicherungsgesellschaft Mitglied sein.


Aus diesem Grund wurden 1767 und 1768 alle Häuser von Lengede in ein sogenanntes Catastrum aufgenommen und mit fortlaufenden Nummern versehen. Diese Nummern wurden die späteren Hausnummern. Diese waren sichtbar am Haus anzubringen.


Vermutlich gibt es in Lengede bereits seit 1765 eine Feuerwehr. Jedoch erstmals schriftlich erwähnt wurde sie in den Protokollbüchern des Gemeindeausschusses vom 5. Juli 1852.


Im Jahr 1777 vernichtete eine Brandkatastrophe 12 Häuser in der Tweetje und im Brückenweg. Einzelheiten hierzu wurden nicht erforscht. Balkeninschrift Kurt Kreye, Lüttje Straße 18.


Am 5. Juli 1852 wurde zwischen der Gemeinde Lengede und dem Glockengießer und Spritzenfabrikanten Wicke in Braunschweig der Liefervertrag für die wohl erste neue Handdruckspritze für die Feuerwehr Lengede unterschrieben.


In den Jahren 1852/1853 wurde für die Feuerwehr Lengede ein neues, massives Spritzenhaus gebaut. Originale Bestellscheine und Rechnungen sind erhalten geblieben.


Im Februar 1853 wurden laut Protokollbuch der Gemeinde Lengede zwei Spritzenmeister für vorerst ein Jahr vom Gemeindeausschuß eingesetzt. Schlossermeister Staake wurde zum Spritzenmeister bestimmt, Tischlermeister Eggeling zum Stellvertreter. In diesem Jahr wurde die neue Handdruckspritze geliefert. Weitere Mitteilungen fehlen bis Anfang 1902.


Am 4. Februar 1902 wurde in Lengede offiziell durch den Gemeindeausschuß eine Pflichtfeuerwehr eingesetzt Weitere Einzelheiten konnten nicht mitgeteilt werden, da das Protokollbuch von 1882 bis 1902 fehlt. Man kann aber davon ausgehen das seit 1852 auch schon eine Pflichtfeuerwehr bestand, da alle Funktioner durch den Gemeindeausschuss eingesetzt wurden. Hauptmann wurde Carl Hotopp.


Vorhanden ist ein Ortsstatut der Pflichtfeuerwehr vom 4. Februar 1902, genehmigt vom Kreisausschuss am 8. März 1902. Einige wichtige Bestimmungen aus dem Statut regeln die Organisation bzw den Dienstablauf der Wehr.


1906 bekommt die Pflichtfeuerwehr Lengede von der Firma Louis Tidow aus Hannover eine neue Saug- und Druckspritze für 1825 Mark. Die alte Handdruckspritze, die mehr als ein halbes Jahrhundert Dienst getan hatte, wurde von Carl Hotopp sen. "Eisen-Carl" für 120 Mark gekauft.


1907 wurde für die neue Saug- und Druckspritze ein neues Gerätehaus mit Raum für den Totenwagen gebaut. Das alte Spritzenhaus wurde abgerissen. Maurermeister Heinrich Mundt führte das Bauvorhaben aus.


Von 1908 bis 1919 sind laut Protokollbücher keine Aufzeichnungen über die Feuerwehr vorhanden. Im Jahr 1914 brach der erste Weltkrieg aus. Kriegsende war 1918.


Der bisherige Hauptmann Carl Hotopp verzieht 1919 nach Braunschweig, für ihn wird der Schlosser Albert Michelmann eingesetzt.


1921 baut die Ilseder Hütte die erste Wasserleitung für Lengede. 26 Hydranten wurden für die Wasserentnahme zu Löschzwecken eingebaut.


Die Arbeit des Hornisten per Fahrrad fiel 1931 mit der Anbringung der ersten Feueralarmsirene an der Lafferder Straße Hausnummer 93 weg.


1932 war es dann soweit. Durch den damaligen Amtsvorsteher Reinhold Zobel wurde die Freiwillige Feuerwehr Lengede aus der Taufe gehoben. Auf der Gründungsversammlung am 16. September 1932, in der Gaststätte Albert Hardt, trugen sich 42 Männer als ordentliche Mitglieder in die Gründungsliste ein. Am 31. Oktober des Jahres stimmte der Gemeindeausschuss der Gründung und auch der Satzung zu. Als erster Brandmeister wurde der Tischlermeister Wilhelm Behrens bestätigt. Stellvertreter wurde Karl Pipo bis 1934, dann folgte Karl Krentel. Die Geräte der Pflichtfeuerwehr werden der Freiwilligen Feuerwehr zur Verfügung gestellt. Am 24. November 1932 stimmte auch der Landrat des Kreises Peine der Gründung zu.


Die Erwartung nach Bildung der Freiwilligen Feuerwehr Lengede war, das die Schlagkraft freiwillig Dienst zu tun höher war, als die unter Zwang.


Am 20. Oktober 1932 hat sich die Freiwillige Feuerwehr Lengede dem Feuerwehrverband für die Provinz Hannover angeschlossen. Die Satzungen des Verbandes wurden übernommen.


Durch drängen der Gemeinde Lengede beim Landratsamt Peine, wurde 1938 die erste Motorspritze für die Freiwillige Feuerwehr Lengede angeschafft. Somit wurde die 32 jährige Saug- und Druckspritze durch eine Koebe-Pumpe ersetzt, die den Wehrmännern eine enorme Arbeitserleichterung brachte.


Das Reichsgesetzblatt Teil 1, Nr. 8 ausgegeben zu Berlin, den 30. Januar 1938 verfügt: Verordnung des Führers und Reichskanzlers über die Verleihung des Feuerwehrehrenzeichens, sowie die Durchführungsverordnung zur Verordnung über die Verleihung des Feuerwehr Ehrenzeichens.


Am 23. Dezember 1938 tritt das Reichsfeuerlöschgesetz ohne Durchführungsverordnung und Ausbildungserlaß durch den Führer und Reichskanzler in Kraft. Alle bestehenden Feuerwehrverbände werden hierdurch aufgelöst.


Der Provinzialfeuerwehrverband der preußischen Provinz Hannover wird am 27. September 1939 durch den Ausbruch des 2. Weltkrieges aufgelöst. Die Feuerwehren stehen unter der Gerichtsbarkeit der Deutschen Wehrmacht. Das Reichsgesetzblatt Teil 1, Nr. 202 ausgegeben zu Berlin vom 16. Oktober 1939: Zweite Durchführungsverordnung zum Gesetz über das Feuerlöschwesen, Verhalten bei Brandfällen. Nr. 212 ausgegeben zu Berlin, den 24. Oktober 1939: Dritte und vierte Durchführungsverordnung zum Gesetz über das Feuerlöschwesen, Organisation der Freiwilligen Feuerwehr, sowie Organisation der Pflichtfeuerwehr. Nr. 222 ausgegeben zu Berlin, den 9. November 1939: Fünfte Durchführungsverordnung zum Gesetz über das Feuerlöschwesen, Erstattung des Lohnausfalls an die Mitglieder der Feuerwehren.


Karl Böker wurde 1940 zum Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr gewählt. Alle nicht zum Wehrdienst einberufenen Männer wurden notdienstverpflichtet, um die Wehr einsatzbereit zu halten.


Am 15. Oktober 1944 wurde die Innenstadt Braunschweig durch Luftangriffe weitgehendst zerstört. Die Feuerwehren aus dem Peiner Land, so auch Lengede, leisteten überregionale Löschhilfe. In Lengede übernahmen unter anderem die Frauen den Brandschutz.


Auf höchsten Befehl wurden 1945 Protokolle, Schriftstücke, Einsatzberichte, Karteien und Stammrollen, nicht nur der Kriegsjahre sondern allgemein von 1933 bis 1945 vernichtet. Bis nach 1950 gibt es keine Aufzeichnungen über die Feuerwehr Lengede.


1950 wurde der Spielmannzug wiedergegründet, nachdem früher schon einmal einer bestand. Trommeln, Pfeifen, Pauke, Becken und Lyra wurden wieder zusammengesucht. 1951 trat der Zug unter Leitung von Musikführer Heinrich Sukop und Tambourmajor Bäckermeister Fritz Köhler wieder auf.


In den Jahren 1951 und 1952 wurde das heutige Spritzenhius aufgestockt und ausgebaut. Der Schlauchturm wird errichtet und die Alarmsirene wird von der Lafferder Straße auf den Schlauchturm versetzt. Für die Koebe -Pumpe und den Schlauchanhänger wurde 1952 im VW-Werk Wolfsburg ein neuer VW-Vorspannwagen abgeholt.


Am 3. September 1953 brach um 20.10 Uhr auf dem Schachtgelände bei der Firma Fengler ein Großfeuer aus, bei dem beide Obergeschosse im linken und rechten Gebäudeflügel ein Raub der Flammen wurde.


1954 wurde Otto Salge sen. zum Gemeindebrandmeister gewählt. Stellvertreter war von 1954 bis 1959 Karl Krentel, ab 1959 bis 1972 Erich Böker.


1957 feiert die Freiwillige Feuerwehr Lengede ihr 25 jähriges Bestehen. Zu diesem Anlass beschließt das Kommando die Beschaffung eines Tanklöschfahrzeuges zur Verbesserung ihrer Schlagkraft bei Einsätzen.


Zur weiteren Verbesserung der Schlagkraft der Feuerwehr wurde 1958 die Koebe-Pumpe mit Schlauchanhänger und Vorspannwagen gegen ein LF 8/8 Opel Blitz der Firma Graaf eingetauscht. Es handelt sich bei diesem Fahrzeug nicht um ein Tanklöschfahrzeug, sondern um ein Löschgruppenfahrzeug mit einer Frontpumpe und einer eingeschobenen Tragkraftspritze mit einer Förderleistung von 800 Liter Wasser pro Minute bei einer Pumpenleistung von 8 bar. Die Wehr wurde in drei Gruppen zu je 13 Mann eingeteilt. Zu Gruppenführern wurden Erich Böker, Hermann Bode und Rudolf Brandes ernannt. Alfred Wiegand war Spielmannzugführer.


Nach der Brandkatastrophe von 1777, sowie die Explosion einer Fliegerbombe im Jahr 1945, wurde Lengede von einer weiteren Katastrophe überrascht. Durch einen Dammbruch am 24. Oktober 1963 wurde die Schachtanlage Mathilde mit 500.000 m3 Wasser und Schlamm überflutet. 29 Kumpel verloren ihr Leben. Unter ihnen auch Kameraden der Lengeder Wehr. Die Feuerwehr war während der ganzen Zeit im Einsatz.


Alfons Seeberger wurde Gruppenführer der zweiten Gruppe.


Ein weiteres Grubenunglück forderte am 26. Januar 1968 12 Tote. Auf der 100 m Sohle explodierten fünf Tonnen Sprengstoff.


1971 wird in der Hüttenstraße eine zweite Feueralarmsirene installiert. Am Festplatz entsteht für die Freiwillige Feuerwehr ein Übungsgelände mit diversen Wasserentnahmestellen wie offenes Gewässer, Saugbrunnen, Unter- und Überflurhydranten.


Am 1. Juli 1972 wurde die Einheitsgemeinde Lengede mit den Ortschaften Lengede, Broistedt, Barbecke, Woltwiesche und Klein Lafferde gegründet. Ab sofort gehörte die Gemeindefeuerwehr dem Kreisfeuerwehrverband Peine an.


Ortsbrandmeister für die Ortsfeuerwehr Lengede wurde Otto Salge jun. Zum Stellvertreter wurde Alfons Seeberger gewählt.


1974 erhielt die Gemeindefeuerwehr ein TLF 8s, Tanklöschfahrzeug mit Heckpumpe, 2400 Liter Wassertank und umluftunabhängigen Atemschutz, sowie Mittel- und Schwerschaumausrüstung. Weiterhin verfügt das Fahrzeug über BOS-Funk. Standort des Fahrzeuges ist bei der Ortswehr Lengede. Die Gemeindefeuerwehr erhält eine überarbeitete Satzung.


Im Glückauf-Ring entstand ein unterirdischer 100m3 Wasserbehälter als unabhängige Wasserentnahmestelle zur Sicherstellung von Löschwasser über zwei Stunden bei eventuellen Großbränden oder Ausfall des Hydrantennetzes.


1975 erhält die Gemeindefeuerwehr eine der Gemeindefeuerwehr angepasste Satzung. Die Verwaltung erließ eine Gebührensatzung für Einsätze der technischen Hilfeleistung. Brandeinsätze sind gebührenfrei, technische Hilfeleistungen sind gebührenpflichtig. Der Ausbildung wird bei den Feuerwehren seit jeher eine große Bedeutung beigemessen. Schon vor 150 Jahren haben die Väter des Feuerwehrgedankens parallel zur Gründung des Feuerwehrwesens damit begonnen, Ausbildungsrichtlinien zu erstellen. Man war sich damals schon bewusst darüber, dass ein Feuerwehreinsatz nur erfolgreich bewältigt werden kann, wenn die Feuerwehrangehörigen nach klaren Vorgaben auf ihre Aufgaben vorbereitet wurden. Über eineinhalb Jahrhunderte hinweg wurden Lehrinhalte, Lernziele und Ausbildungsmethoden kontinuierlich der jeweiligen Zeit und den Einsatzanforderungen entsprechend angepasst. Auf Gemeinde-, Kreis- und Landesebene werden auch die Feuerwehrangehörigen der Freiwilligen Feuerwehr Lengede kontinuierlich fortgebildet.


Im August 1975 bricht über die Lüneburger Heide eine Waldbrandkatastrophe herein. Innerhalb weniger Stunden ist ein Inferno perfekt. Katastrophenalarm. Feuerwehren aus ganz Deutschland werden um Hilfe gebeten. Die Feuerwehrbereitschaften aus dem Landkreis Peine sind ebenfalls im Einsatz. Das Lengeder Tanklöschfahrzeug war acht Tage im Einsatz.


1976 wird der Opel Blitz durch ein neues Löschgruppenfahrzeug 8/8 ersetzt. Das Fahrzeug ist zusätzlich ausgestattet mit umluftunabhängigen Atemschutzgerät, mit einem Notstromaggregat nebst 2000 Watt Scheinwerfer, sowie einer Schwerschaumausrüstung. Weiterhin verfügt das Fahrzeug über BOS-Funk.


Durch ein Großfeuer wurde 1977 in Barbecke eine Gaststätte zerstört. Ein Fachwerkgebäude mit Saal im ersten Obergeschoß und das Dach brannten in voller Ausdehnung. Im Verlauf des Feuers stürzte die aufgesetzte Fachwerkwand ein. Drei Kameraden der Lengeder Feuerwehr wurden durch die herabstürzende Wand verletzt, zwei davon schwer.


Am 15. März 1978 wurde im Gasthaus Kreye die Jugendfeuerwehr Lengede gegründet. 30 Jungen trugen sich in die Liste ein. Zum Jugendfeuerwehrwart wurde vom Ortskommando Ewald Look eingesetzt und von der Mitgliederversammlung 1979 bestätigt. Zum Stellvertreter wurde von den Jugendlichen Hans-Peter Bolm benannt.


Die Ortswehr wurde mit Handfunkgeräten ausgerüstet.


1980 wurde die Feuerwehr Lengede mit einem technischen Hilfeleistungssatz ausgestattet. Ab sofort wurden bei schweren Verkehrsunfällen Rettungseinsätze mit Schere und Spreitzer nicht mehr von der Berufsfeuerwehr Salzgitter ausgeführt, sondern durch Lengede selbst.


Die Jugendfeuerwehr lässt das Brauchtum des Osterfeuers wieder aufleben.


Am 30. Januar 1981 wurde mit 13 Jugendlichen die vierte Gruppe eingesetzt. Durch die Jugendfeuerwehr war es möglich eine Gruppe 16-jähriger in die aktive Wehr zu übernehmen. Gruppenführer wurde Helmut Söhn.


1982 feiert die Ortswehr ihr 50 jähriges Bestehen. Erstmals wurden Mädchen in die Jugendfeuerwehr aufgenommen. Manuela Sykulla und Karin Trautmann - Töchter von aktiven Kameraden.


Am 1. Juni 1985 wurde der stellvertretende Ortsbrandmeister Alfons Seeberger zum neuen Gemeindebrandmeister der Gemeindefeuerwehr Lengede ernannt. Stellvertretender Ortsbrandmeister in Lengede wurde Ewald Look, Jugendfeuerwehrwart Hans-Peter Bolm, sein Stellvertreter erst Detlef Riechey und dann Olaf Püllmann. Weiterhin erhielt die Ortsfeuerwehr am Schachtweg ein neues Feuerwehrgerätehaus. Das alte Spritzenhaus im Ortskern war für die Aufnahme der Ausrüstung, des technischen Gerätes und die Räumlichkeiten, besonders für die Jugendfeuerwehr, viel zu klein geworden. Mit dem neuen Feuerwehrgerätehaus waren die Probleme, die die Aufgabenvielfalt der Feuerwehr bestimmte, vorläufig gebannt.


1986 bekam die Ortsfeuerwehr ein neues LF 16-TS vom Bund, das der Katastrophenschutzfeuerwehrbereitschaft unterstellt war. Die Besatzung rekrutierte sich aus, vom Bundeswehrdienst, freigestellte Kameraden der Lengeder Wehr. Gruppenführer wurde Heinz Alfer.


Am 3. Oktober 1987 wurde durch die Jugendfeuerwehr zu einem Familienfeuerwehrtag für jung und alt eingeladen. Orientierungsmarsch mit vielen Spielen, gemeinsamen Mittagessen, Unterhaltung bei Kaffee und Kuchen rundeten die Erwartungen der Jugendfeuerwehr ab, die Kontakte zwischen Erwachsenen, Kindern und jugendlichen in den Feuerwehrfamilien zu vertiefen.


Im März 1988 feierte die Jugendfeuerwehr ihr zehn jähriges Bestehen. Am 14. Dezember 1988 wird Hans-Peter Bolm zum Ortsbrandmeister der Ortsfeuerwehr Lengede ernannt. Jugendfeuerwehrwart wurde Olaf Püllmann. Ein alter Tragkraftspritzenanhänger wurde vom Geräte-Trupp zum Geräteanhänger Öl + Licht umgebaut und in Dienst gestellt.


Weihnachten 1989 wurde erstmals eine Weihnachtsfeier für die ehemaligen Aktiven durchgeführt. Ein buntes Programm über Feuerwehrangelegenheiten theoretischer und praktischer Art, bei Kaffee und Kuchen, ermunterte die Ehemaligen zum Beibehalten dieses Nachmittags.


Ab 1990 werden Frauen in die aktive Wehr aufgenommen, vorrangig aus der Jugendfeuerwehr. Olaf Püllmann wird stellvertretender Ortsbrandmeister.


Am 30. Januar 1990 vernichtet ein Großfeuer ein Zimmer im Erdgeschoß und das erste Obergeschoß eines Wohnhauses in der Jahnstraße in Broistedt. Im Einsatz waren außer Broistedt und Lengede auch die Berufsfeuerwehr Salzgitter mit der Drehleiter.


Im Mai 1991 wurde Hans-Peter Bolm zum stellvertretenden Gemeindebrandmeister ernannt.


1991 zog Ortsbrandmeister Hans-Peter Bolm während der Jahreshauptversammlung nicht nur Bilanz über das abgelaufene Jahr, sondern auch über die Einsatzzahlen der letzten zehn Jahre. Im Jahr 1980 wurden 15 Einsätze gefahren, im Jahr 1990 waren es fast 60 Einsätze. Die ständig steigende Zahl der Realeinsätze, besonders Einsätze der technischen Hilfeleistung erfordern ein Hohes Maß an Kompetenz und Fachwissen.

Dementsprechend muss die laufende Ausbildung, das technische Gerät und die Auswahl und Ausbildung der Führungskräfte den Anforderungen angepasst werden. In den folgenden Jahren wurde vorrangig die Ausbildung im vorbeugenden und abwehrenden Brandschutz, sowie der technische Hilfeleistung und Gefahrgutausbildung vorangetrieben. Durch Ausbildung, Einsatzübungen und Realeinsätzen wurde die Schlagkraft der Wehr erheblich erhöht. Durch entsprechende Wehrgliederungen wurden Führungskräfte ausgebildet und zu Ausbildungslehrgängen auf Kreis- und Landesebene entsandt. Für unsere öffentlichen Gebäude, Gewerbebetriebe und landwirtschaftliche Anwesen wurden Alarm- und Einsatzpläne erstellt. Es wurden Tage der offenen Tür durchgeführt, sowie 1992 das 60 jährige Bestehen mit einer großen Fahrzeugausstellung früher und heute durchgeführt.

Einsatzvorführungen mit technischem Hilfeleistungsgerät sowie ein Realeinsatz überzeugten die Besucher und Einwohner der Ortschaft Lengede von der Schlagkraft und dem Ausbildungsstand der Wehr. Die Anforderungen an den Feuwehrangehörigen werden immer größer, der Ausbildungsstand fordert immer mehr Fachwissen und technisches Können. Doch die Kameradinnen und Kameraden der Lengeder Wehr treten diesen Anforderungen motiviert entgegen.

Dank und Anerkennung für ihre Arbeit zeigen die fast 300 fördernden Mitglieder der Wehr.


Im Mai 1994 wurde Hans-Peter Bolm zum Gemeindebrandmeister ernannt. Zum Ortsbrandmeister von Lengede ist Olaf Püllmann aufgerückt, zum Stellvertreter Detlef Riechey.


1998 wurde Detlef Riechey Ortsbrandmeister, Edgar Wilkens Stellverter und Frank Aust Jugendfeuerwehrwart. Ein gebrauchter Rüstwagen RW 1 auf Unimogfahrgestell löste das LF 8/8 ab.


1999 erhielt die Jugendfeuerwehr Lengede einen VW-Bus (T4) als Mannschaftstransportwagen. Hierbei handelt es sich um ein Vorführfahrzeug das vollständig als Feuerwehrfahrzeug ausgerüstet war. Dieses Fahrzeug wurde aus Spenden der letzten zehn Jahre finanziert.


Am 18. April 2000 war die Ortswehr Lengede bei der Bergung und Entschärfung einer 40 Zentner Luftmine aus dem zweiten Weltkrieg mit eingebunden. Absperrmaßnahmen, die Warnung der Bevölkerung mit Lautsprecherwagen, Mithilfe bei der Evakuierung sowie vorbeugende Einsatzmaßnahmen bestimmten diesen Tag.


Im September 2000 musste die Ortswehr bei einem schweren Verkehrsunfall fünf eingeklemmte Personen retten. Dank einer hervorragenden Ausrüstung wurde in kürzester Zeit auch die am schwersten eingeklemmte Person gerettet.


Zum Mannschaftstransportwagen der Jugendfeuerwehr gesellte sich ein Tandemanhänger mit Plane und Spriegel. Der Transport für zukünftige Freizeitveranstaltungen ist damit gesichert.


Am 16. März 2002 wird die Lengeder Gemeindefeuerwehr im Bahnerden durch die Deutsche Bahn ausgebildet. Ab dem 1. Juli 2002 wird bei Bahnunfällen im Bereich der Gemeinde Lengede, Vechelde und der Stadt Peine die Deutsche Bahn beim Bahnerden durch 21 Kameraden der Gemeindefeuerwehr Lengede unterstützt.


Am 01.06.2002 übte die Ortswehr Lengede bei einer groß angelegten Übung mit einem auf die Seite gelegten Überlandbus einen Massenanfall Verletzter. 23 geschminkte Statisten mussten aus dem verunfallten Bus gerettet und dem Rettungsteam übergeben werden. Keine leichte Aufgabe für eine Freiwillige Feuerwehr.


5. Juli 2002: Die heute Freiwillige Feuerwehr Lengede kann mit Stolz auf mindestens 150 Jahre Feuerwehrgeschichte zurückblicken. Ausbildung, Einsätze und Kameradschaft prägten mindestens 15 Jahrzehnte. Höhen und Tiefen wurden von Generationen gemeistert. Die Ortsfeuerwehr Lengede ist eine gut organisierte und ausgebildete Feuerwehr mit Kameradschafts- und Familiensinn.

Das Ortskommando, unter der Führung des Oberbrandmeister Detlef Riechey, hat die Zügel fest in der Hand.


GUT WEHR


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